Burschenschaftlicher Abend zur Entstehungsgeschichte der Burschenschaften

Zum ersten Burschenschaftlichen Abend des Stuttgarter Deputierten Convents im Sommersemester hatte unsere Ghibellinia zum Thema „Technische und Universitätsburschenschaften im Kaiserreich – Anatomie eines schwierigen Verhältnisses“ den Waffenbruder Franz Egon Rode (Burschenschaft Allemannia Heidelberg) gewinnen können. Waffenbruder Rode promoviert derzeit an der historischen Fakultät der Universität Stuttgart bei Prof. Dr. Pyta, der in der Vergangenheit bereits über Bismarck und das Kaiserreich auf unserem Haus gesprochen hat.

Rode hatte seinen Vortrag in drei Teile untergliedert, die die chronologische Abfolge der Entwicklung der Burschenschaften von ihrer Entstehung über die Zeit vor der Reichsgründung 1871 bis hin zur frühen Nachkriegszeit nach dem Ersten Weltkrieg aufzeigte. Zu Beginn ging der Referent auf die unterschiedliche Entstehungsgeschichte der Burschenschaften ein. Im Gegensatz zu den akademischen Universitätsburschenschaften entstanden die Burschenschaften an den ehemals Technischen Hochschulen – wie auch am 1829 gegründeten Polytechnikum Stuttgart – erst im Zuge der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Für die Aufnahme eines Studenten an einer Technischen Hochschule war das Abitur seinerzeit nicht zwingend erforderlich. Die Aufnahmekriterien der technischen Burschenschaften hinsichtlich schulischer Vorbildungen orientierten sich entsprechend daran.

(mehr …)

155. Stiftungsfest

Anlässlich des halbrunden Stiftungsfests hatte die Aktivitas der Ghibellinia am 19. Mai 2017 einen Festkommersabend vorbereitet. Der große Kneipsaal in der Birkenwaldstraße 40 war mit etwa 60 Bundesbrüdern und Gästen gut gefüllt. Neben unserem Ghibellinenpräsidium chargierten auch unsere zukünftigen Freundschaftsbrüder der Burschenschaft Alania Aachen.

Als Festredner formulierte der Bundesbruder Jörg Scheufele, der eigens für den Festabend aus Frankreich angereist war, seinen Traum eines politisch und wirtschaftlich starken Europas. In Anlehnung an die berühmte Rede von Martin Luther King bestärkte er insbesondere die jungen Bundesbrüder sich aktiv an der gesellschaftspolitischen Gestaltung eines geeinten Europas zu beteiligen. Die Zukunft liege in den eigenen Händen und die momentan so schwierigen Zeiten erfordern ein entsprechendes Engagement. Die Festrede wurde mit Applaus bedacht und sorgte am Abend noch für angeregte und teils kontroverse Diskussionen.

(mehr …)

1. Mai – Wanderung auf den Hohenstaufen

Voller Tatendrang bestiegen wir zum 1. Mai, dem Gründungstag unserer Gemeinschaft, die Höhen des Hohenstaufens nahe Göppingen. Am 1. Mai 1862 gründeten hier, auf den Burgruinen der Staufer, die ersten drei Ghibellinen unseren Lebensbund. Bei durchwachsenen Wetterbedingungen traten wir in den Morgenstunden die Wanderung vom Bahnhof Göppingen aus an. Unterwegs stärkten wir uns nochmals am Bergfuße, bevor wir den spärlich befestigten Weg an die Spitze antraten.

Am Gipfelkreuz angekommen hielt unser Fuxmajor eine Rede über unser Auftreten und unsere Arbeit als Burschenschaft, und wie wir dadurch von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Anschließend rief dieser nochmals dazu auf, an den Werten festzuhalten, die einen Burschenschafter ausmachen. Abgerundet wurde unsere Wanderung von einem Mittagessen in der Gaststätte auf dem Hohenstaufen.

Kreuzkneipe in Stuttgart

60 Jahre, 60 Bundesbrüder, ca. 60 geschriebene Couleurkarten und 8 Fässer Bier - das ist die Bilanz unserer großartigen Kreuzkneipe anlässlich des Jubiläums unseres Freundschaftsverhältnisses mit der Braunschweiger B! Alemannia. In ausgelassener und äußerst freundschaftlich geprägter Stimmung feierten unsere Bundesbrüder am vergangenen Samstag dieses Jubiläum und ihr persönliches Wiedersehen mit zahlreichen Freunden aus allen Ecken der Bundesrepublik. Insbesondere die Reden beider Sprecher unterstrichen den feierlichen Charakter und die besondere Beziehung zwischen unserer Ghibellinia und der Braunschweiger B! Alemannia.

Unser Sprecher, Jonas Kratschmann, ging in seiner Rede zuerst auf die gemeinsamen Erlebnisse ein, die die Mitglieder der Alemannia und Ghibellinia verbindet. Diese reichen zurück zur Zusammenarbeit im Bauernbund in den 20er Jahren über den Austausch von Bundesbrüdern nach dem Freundschaftsvertrag 1956 bis hin zu zahlreichen Geschichten, die rund um die alljährliche gemeinsame Fußgängerrallye auf der Schwäbischen Alb entstanden sind. In den 60 Jahren Freundschaftsbund haben wir viel voneinander gelernt und für diesen Zweck beispielsweise 1995 das Sitz- und Rederecht auf den Conventen des jeweils anderen Bundes eingeführt. Scherzhaft fügte der Sprecher hinzu, dass einer unserer gemeinsamen Nenner doch die Vorliebe für gutes Essen und mittelmäßiges Bier sei. (mehr …)

Billardkönig des Sommersemesters gekrönt

Bereits im Halbfinale des Turniers stand fest, dass sich ein neuer Sieger auf dem Wanderpokal verewigen würde, denn allen vier verbliebenen Spielern war zuvor noch nie ein Turniersieg geglückt. Bei dem zum 14. Male ausgetragenen sportlichen Wettkampf konnten sich schließlich die beiden Füxe Stefan Eberhardt und Alexander Wick nach Gruppenphase und den KO-Runden die Finalteilnahme erstreiten. Das Endspiel lebte von seiner Spannung und Alex erspielte sich zunächst einen Vorteil. Er musste schließlich nur noch die schwarze Kugel in die Seitentasche versenken. Doch dies misslang denkbar knapp. Stefan wusste diese kleine Schwäche auszunutzen und krönte seine guten Leistungen des Abends mit seinem ersten Turniersieg. Die Stimmung unter den elf Teilnehmern war sehr gut und so wurde der Pokal vom Sieger noch mit Bier gefüllt und man ließ den Abend in der Kurt-Kress-Stube des Ghibellinenhauses gemütlich ausklingen.

ADB Verbandstagung in Saarbrücken

Am vergangenen Wochenende fand in Saarbrücken die erste Verbandstagung der im vergangenen Jahr gegründeten Allgemeinen Deutschen Burschenschaft statt. Die Vorsitzende griff hierfür das Thema vom Symposium "Deutschland 2030" auf und gestaltete damit ein spannendes Wochenende mit Vorträgen und Workshops.

Eröffnung der Verbandstagung

Verbandsbruder Sambale eröffnete den Begrüßungsabend mit einem kurzen Impulsvortrag unter dem Titel "Von Sokrates bis 2030". Er gab darin einen Überblick über Demokratieverständnis und Grundlagen für eine funktionierende und lebendige demokratische Gesellschaft. Im Anschluss daran verbrachten die Verbandsbrüder noch einen geselligen Abend im sogenannten Casino, bevor der Rest der Veranstaltung auf das nahe gelegene Haus der Saarbrücker B! Germania verlegt wurde.

Vortrag von Farbenbruder Christian Baab

Der Hauptteil der Verbandstagung am Samstag teilte sich in einen Vortrag am Vormittag und Workshops zu verschiedenen Aspekten rund um das Leitthema. Nach einem kurzen Fototermin vor dem Schloss eröffnete Farbenbruder Christian Baab (B! Ascania Köln) mit seinem Vortrag den inhaltlich spannenden Teil der Tagung. Sein Vortrag ging vor allem auf Social Media und den Umgang als Burschenschaft mit der Presse ein. Er erläuterte hierfür vor allem die Arbeitsweisen einer Redaktion und gab Hinweise zum Aufbereiten eigener Inhalte zu Pressezwecken und dem Schreiben von Pressemitteilungen. Er ermutigte insbesondere zum persönlichen Kontakt zur Lokalpresse, um eine Vertrauensbasis und Bekanntheit zu erlangen, wies aber auch darauf hin, dass insbesondere Interviews einer guten Vorbereitung bedürfen. Hier treffen in der Regel unerfahrene Interviewgeber auf Medienprofis, die mitunter bereits im Vorfeld wissen, welche Informationen sie ihrem gegenüber entlocken möchten. Er unterfütterte seine Ratschläge mit zahlreichen Beispielen aus seinem eigenen Arbeitsalltag. Nach einer Diskussionsrunde wurden die Verbandsbrüder in die Mittagspause entlassen. (mehr …)

Semesterbeginn mit Fahnehissen

Semesterfahne im SonnenaufgangAm Morgen des 10. Aprils 2017 versammelte sich die Aktivitas pünktlich zu Sonnenaufgang vor unserem schönen Haus, um das Sommersemester einzuläuten. Unter klang des Farbenliedes wurde unsere Fahne gehisst und man traf sich im Anschluss noch zu einem gemütlichen Weißwurstfrühstück, bevor es an der Zeit war zu den ersten Vorlesungen aufzubrechen.

Das Semesterprogramm zum Sommersemester 2017 ist da!

Liebe Freunde der Ghibellinia,

es ist soweit, das neue Semesterprogramm ist fertig! Gemeinsam freuen wir uns auf ein spannendes und ereignisreiches Sommersemester 2017. Neben unserem 155. Stiftungsfest haben wir auch einige weitere spannende Veranstaltungen im Programm. An dieser Stelle sei vor allem auf die schon bald stattfindende Kreuzkneipe mit unserem Freundschaftsbund, der Braunschweiger B! Alemannia hingewiesen. Der Höhepunkt der Veranstaltungen des Stuttgarter DC wird unsere Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl 2017 sein.

Das Semesterprogramm steht wie immer auf der Homepage als ics (zum herunterladen und abonnieren) und als PDF zum herunterladen zur Verfügung. Außerdem sind alle Termine des Semesters unter Veranstaltungen auf unserer Homepage zu finden.

Diplom ade – Nachruf auf ein Gütesiegel

DiplomhutEr war ein Synonym für das „Made in Germany“, er stand für die Qualität deutscher Ingenieurskunst seit 1899 und ist dafür immer noch in aller Welt bekannt: Der Diplom-Ingenieur. Doch damit ist nun Schluss. Mit dem heutigen 31. März 2017 endet eine lange Tradition auch an der Universität Stuttgart.

Im Zuge des Bologna-Prozesses, der die Studiengänge etlicher europäischer Staaten zu vereinheitlichen suchte, wurde bereits seit Ende der 2000er Jahre das zweigliedrige Bachelor- und Mastersystem etabliert. Das Ziel war eine Qualitätssicherung im Hochschulbereich und eine auf Beschäftigungsfähigkeit – oder Neusprech: „Employability“ – ausgerichtete Ausbildung der Studentenschaft. Doch gab es da in der Vergangenheit in der Bundesrepublik denn solch gravierenden Nachholbedarf? Die Kritik an der Einführung des Bachelors, der einst als „erster berufsqualifizierender Abschluss“ angepriesen wurde, beruft sich auf die Abkehr vom Humboldtschen Prinzip der allgemeinen Menschenbildung durch Wissenschaft. Dieter Lenzen schrieb dazu in einem Zeit-Artikel: „Mit der Bologna-Reform ist es wie mit dem Euro: Ob gewollt oder nicht, wir werden uns mit ihren Konsequenzen auseinandersetzen müssen. Im Falle von Bologna mit den Nebenfolgen eines Neuanfangs, der das kontinentale, in seinen Grundlinien fast tausendjährige Konzept der Universität einem atlantischen Verständnis von higher education geopfert hat.“

Die universitäre Realität im Falle des Bachelors sieht derweil anders aus. Bereits bei der Einführung der neuen Studiengänge gab Magnifizenz Prof. Dr. Ressel an der Universität Stuttgart unumwunden bekannt, dass ein adäquater Ersatz für den Diplomabschluss nur mit dem Master of Science erworben werden könne. Dies bekräftigt auch eine Untersuchung des Stellenportals Adzuna, das über 400.000 Stellenanzeigen in der Industrie ausgewertet hat: Gerade in den Bereichen Technik, Beratung und IT werden deutlich mehr Master- als Bachelor-Absolventen gesucht – von Einkommensentwicklungen und Aufstiegsmöglichkeiten im Unternehmen ganz zu schweigen.

Was steckt nun hinter den anfänglichen Versprechen der Bologna-Reformer von Mobilität, Schnelligkeit und Vergleichbarkeit? Die meisten unserer Universitätsstudenten selbst messen dem Bachelor keinen wesentlicheren oder höheren Wert bei als ihre Vorgänger dem Vordiplom. Es ist das Mittel zum Zweck, zum Zweck des Erwerbs eines vollwertigen Abschlusses, der sich Master nennt. Ein Schritt auf der Leiter der universitären Laufbahn. Der Bachelor hingegen mag sich bewähren in dualen Studiengängen, die ohnehin darauf abzielen, die Studenten zügig und passgenau in einen vordefinierten Beruf zu führen. Doch das hat mit einer universitären Bildung im Wortsinn nicht mehr viel zu tun.

Die Abkehr vom Humboldtschen Bildungsideal, nach dem die universitäre Bildung im Sinne der Aufklärung autonome, mündige und selbstständige Individuen hervorbringt, wird ein Vakuum in der Gesellschaft hinterlassen. Im Bestreben dieses Vakuum im Sinne Humboldts neu zu befüllen, ist es auch die Aufgabe der Burschenschaft, für eine von wirtschaftlichen Interessen unabhängige, freie Ausbildung einzutreten, die mehr bietet als reine fachliche Kompetenz. Die Nation braucht gerade in schwierigen Zeiten ein starkes Bürgertum, das dafür sorgt, dass Deutschland in diesem Rahmen seinen guten Ruf als Qualitäts- und Wissenschaftsstandort beibehält.

Auch wenn ab morgen der Dipl. Ing. mit dem Aussterben beginnen wird, so sollten wir Burschenschafter dennoch für die Ideale der akademischen Freiheit – für die Unabhängigkeit der Universität von wirtschaftlichen und staatlichen Interessen und für eine eigenständige, freie Organisation – eintreten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dadurch erst große intellektuelle Leistungen möglich werden.

Burschenschaftlicher Abend: „Die Schlacht um Verdun“

Am 2. Februar fand wieder einmal ein Burschenschaftlicher Abend auf unserem Haus statt. Das Thema des Abends war dieses Mal der Vortrag unseres Alten Herrn Hubert Grosser über die Schlacht von Verdun im Ersten Weltkrieg. Das Thema lag nahe, da unser Bundesbruder schon im Kindesalter viele Sommer dort mit seiner Familie verbracht hatte, wo sein Großvater zu Kriegszeiten noch stationiert war.

Hubert Grosser begann mit einer Einführung, in der er erstmals die Tragweite der Schlacht um Verdun aufführte, bei der es in nur neun Monaten über 340.000 Opfer auf beiden Seiten gab, womit sie eine der grausamsten und verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkrieges war. Dann rollte er die ganze Geschichte von vorne auf mit dem Beginn des ersten Weltkrieges. Er erzählte vom Schlieffen-Plan, welcher das Ziel hatte, Verdun mittels Truppen aus dem Norden in die Zange zu nehmen. Auch berichtete er über die fünftägige Belagerung von Fort Douaumont, welches vorher noch als uneinnehmbar galt. Und von der Brandkastastrophe, in der durch ein in Brand geratenes Handgranatenlager etwa 1000 deutsche Soldaten den Tod fanden.

(mehr …)