2. BA: „Meine Erlebnisse im Krieg“

Ein ganz besonderer Vortragsabend beendete unser Semesterprogramm im Wintersemester 2015/16.

Es ist heutzutage nicht mehr leicht, Zeitzeugen zu finden, die den Zweiten Weltkrieg als Soldat erlebt haben. Unser ältester Bundesbruder Alter Herr Kurt Weiß aus Bremen, ist trotz seiner 96 Jahre aufs Haus gekommen und hat den Gästen und Bundesbrüdern über seine Erlebnisse in diesem schrecklichen Krieg erzählt.

Bundesbruder Weiß begann mit seinen Erzählungen als er in der Ausbildung eines Atellierteregiments die ersten Erfahrungen mit der Wehrmacht machte. Als der Krieg ausbrach wurde er auch in Marsch gesetzt, kam aber im Frankreichfeldzug nicht an die Front. Sehr schnell ging es dann nach Rumänien, durch die Balkanstaaten nach Griechenland. Seinen Vortrag untermalte Bundesbruder Weiß mit sehr vielen Farbdias. Die Zuhöhrer in der vollbesetzten großen Kneipe hatten am Anfang den Eindruck, dass es sich mehr um eine Urlaubsreise handelte. Aber schnell änderte sich die Situation. Bundesbruder Weiß, der sich trotz seines hohen Alters noch sehr gut an die einzelnen Ereignisse und Ortsnamen erinnerte, zeigte mit seinem Vortrag die Brutalität und den Schrecken des Krieges. Nur knapp entkam er dem Kessel von Stalingrad.

Beim Rückzug und der späteren Gefangennahme durch die Amerikaner konnte Bundesbruder Weiss nicht mehr fotographieren. Er beschrieb aber sehr eindruckvoll, wie sich die letzten Monate an der Front und auch in der Heimat abgespielt haben.

Bundesbruder Weiß hatte Glück, er überlebte diesen Wahnsinn, wir denken aber auch an die 78 Bundesbrüder, die nicht mehr nach Hause gekommen sind.

Er beschrieb noch die ersten Jahre der Ghibellinia nach 1945. Auf die Frage, wie er zur Ghibellinia kam, sagte er, dass sein Großvater mütterlicher Seite Bundesbruder Julius Glück war, der mit der Stammnummer 32 von 1866 bis 1921 Bundesbruder der Ghibellinia war.

Der Abend hat alle Anwesenden beeindruckt. Neben den Kriegsschilderungen und dem geschildertem Elend, die Bundesbruder Kurt Weiß im Krieg erlebt hat, hat die Bundesbrüder vor allem die Vitalität und der noch helle Kopf von unserem ältesten Bundesbruder faziniert. Ein toller Abend - Dank an Bundesbruder Kurt Weiß!