Kreuzkneipe in Stuttgart

60 Jahre, 60 Bundesbrüder, ca. 60 geschriebene Couleurkarten und 8 Fässer Bier - das ist die Bilanz unserer großartigen Kreuzkneipe anlässlich des Jubiläums unseres Freundschaftsverhältnisses mit der Braunschweiger B! Alemannia. In ausgelassener und äußerst freundschaftlich geprägter Stimmung feierten unsere Bundesbrüder am vergangenen Samstag dieses Jubiläum und ihr persönliches Wiedersehen mit zahlreichen Freunden aus allen Ecken der Bundesrepublik. Insbesondere die Reden beider Sprecher unterstrichen den feierlichen Charakter und die besondere Beziehung zwischen unserer Ghibellinia und der Braunschweiger B! Alemannia.

Unser Sprecher, Jonas Kratschmann, ging in seiner Rede zuerst auf die gemeinsamen Erlebnisse ein, die die Mitglieder der Alemannia und Ghibellinia verbindet. Diese reichen zurück zur Zusammenarbeit im Bauernbund in den 20er Jahren über den Austausch von Bundesbrüdern nach dem Freundschaftsvertrag 1956 bis hin zu zahlreichen Geschichten, die rund um die alljährliche gemeinsame Fußgängerrallye auf der Schwäbischen Alb entstanden sind. In den 60 Jahren Freundschaftsbund haben wir viel voneinander gelernt und für diesen Zweck beispielsweise 1995 das Sitz- und Rederecht auf den Conventen des jeweils anderen Bundes eingeführt. Scherzhaft fügte der Sprecher hinzu, dass einer unserer gemeinsamen Nenner doch die Vorliebe für gutes Essen und mittelmäßiges Bier sei.

Sein Conpräside der Braunschweiger B! Alemannia, Simon Schüssler, fokussierte sich in seiner Rede auf eine historische Betrachtung der Entstehung des Freundschaftsverhältnisses. Es erwuchs unter anderem dem Wunsch nach Anschluss an ein Netzwerk auf den Burschentagen. Bewusst entschied man sich nicht für eine Kartellstruktur, sondern für ein engeres Freundschaftsverhältnis, das auf dem Kontakt und den persönlichen Austausch zwischen den Einzelmitgliedern bestehen sollte. Umgesetzt wurde dies durch Treffen abseits der Burschentage und dem längeren Austausch von Bundesbrüdern. Wer heute als Alemanne auf einen Burschentag geht, ist nicht alleine. Sein erster Blick gilt stets den hellblauen Seidenmützen. Und er wird seit 60 Jahren fündig.

Unsere Braunschweiger Bundesbrüder übergaben uns im Anschluss an die Rede ein ganz besonderes Geschenk: Schon lange war den Braunschweigern der unbesetzte und offensichtlich für ein drittes Wappenschild vorgesehene Platz über dem Eingang zum Großen Kneipsaal aufgefallen. Seit Samstag ist dieser nicht mehr leer, denn ein handbemaltes Wappen unserer Bundesbrüder aus Braunschweig ziert nun die Rechte Seite über dem Bogen des Eingangs.

Aber nicht nur aus Braunschweig, auch aus Aachen, Hohenheim und von unserem Freundschaftsbund aus Santiago de Chile durften wir Gäste zu unserer Kreuzkneipe begrüßen. Die Aachener B! Alania überbrachte uns ihre Glückwünsche und überreichte uns zwei mächtige Aachener Tonkrüge.

Nach einem stärkenden Kneipimbiss übernahmen die Bundesbrüder Kattwinkel und Steinhart die Leitung des Inoffizes, in dem Bundesbruder Milchert sein Inaktivierungsgeschenk, ein großes Trinkhorn mit unserm eingravierten Zirkel übergab. Es wanderte den restlichen Abend von Hand zu Hand. Noch bis in die frühen Morgenstunden wurde im Kneipsaal und an der Theke gefeiert. Mögen sich die Jahre der Freundschaft zwischen Alemannen und Ghibellinen verdoppeln und verdreifachen. Die Kreuzkneipe hat gezeigt, dass die Freundschaft lebendig ist, auf einer festen Basis steht und für diese Dauer halten wird.